08.12.2025 - 7 Aktuelle Stunde zum Thema "Antworten auf die Ku...

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Beratung

Die Präsidentin der Bürgerschaft ruft den Tagesordnungspunkt auf.

 

Herr Herbst

. führt in die Aktuelle Stunde zum Thema "Antworten auf die Kulturkrise finden" ein.

. zeigt die Kultur und deren vielfältigen Bereiche in Greifswald auf und ist der Meinung, dass die Kultur ein entscheidender Standortfaktor sei.

. geht auf die zunehmende Schließung von Kultureinrichtungen ein, mit denen etablierte Strukturen wegbrechen.

Ursachen seien unter anderem die steigenden Preise für Gagen, Material, den Schankbetrieb, Betriebskosten oder Mieten sowie Personalmangel.

. nennt für ihn wichtige Punkte, um dem entgegenzuwirken:

  • Anerkennung der Subkultur als wichtiger Standortfaktor
  • Städtische finanzielle Unterstützung
  • Zurverfügungstellung und Vermittlung von Räumlichkeiten

. beantragt das Rederecht für Herrn Murat Demirkaya, den Betreiber des Clubs „ROSA“ in Greifswald, als Sachverständigen zu diesem Thema.

 

Frau Socher nimmt an der Sitzung teil.

 

Die Präsidentin der Bürgerschaft lässt über den Antrag auf Rederecht abstimmen:

 

Ja-Stimmen

Nein-Stimmen

Enthaltungen

25

9

4

 

Herr Demirkaya

. berichtet aus eigener Erfahrung, dass viele kulturelle Einrichtungen beim Finden von gesellschaftlichen Anschlüssen unterstützen und helfen, sich in eine neue Stadt einzufinden.

Die Bereitschaft, Energie und aufopfernde Hingabe seien vorhanden, aber es fehle heutzutage an Raum für die Verwirklichung kultureller Vorhaben. Die Auswirkungen der Coronavirus SARS-CoV-2-Pandemie hätten zusätzlichen Schaden angerichtet.

Das Gebäude des Clubs ROSA sei in die Jahre gekommen und müsse dringend saniert werden. Allerdings fehlen hierfür die finanziellen Mittel. Kulturbetriebe hätten nicht die wirtschaftlichen Möglichkeiten eines Wirtschaftsbetriebes.

Die Landesregierung sei bereits um Unterstützung gebeten worden. Allerdings sei ebenfalls die Bevölkerung dafür verantwortlich, dass Kultur in der Stadt ein Zuhause finde.

. bittet die Bürgerschaft und den Oberbürgermeister im Namen aller Kulturschaffenden um Unterstützung.

 

Herr Bauer

. sieht ebenfalls Kultur, Nachtleben und Veranstaltungen als relevante Themen an und meint, dass die Attraktivität der Stadt davon sehr abhängig sei. Die Schließungen einiger Kulturorte seien sehr bedauerlich.

. hält das Ausrufen einer Kulturkrise für zu überstürzt. Die Probleme bestünden nicht nur auf der Anbieterseite, sondern auch die Zielgruppen leiden unter der aktuellen, wirtschaftlichen Lage.

. weist auf die finanzielle Situation der Studierenden hin.

Es stelle sich die Frage, wie die Kommune bessere Bedingungen für kleine und mittlere Kulturschaffende und Unternehmen schaffen und die Ausgaben der Bevölkerung senken könne, damit mehr finanzielle Mittel für solche Angebote zur Verfügung ständen.

Aus seiner Sicht könne die Stadt nur begrenzt gegensteuern, was jedoch unbedingt umgesetzt werden sollte.

 

Frau Damm

. macht deutlich, dass es bei dem Betrieb eines kulturellen Ortes nicht nur organisatorische Aufgaben gebe, sondern auch strukturelle Fragen zu klären und finanzielle Ausgaben zu überwachen seien.

Im Kulturbereich werde zunächst stets bei den eigenen Einnahmen gespart und insbesondere in schwierigen Situationen zunehmend ehrenamtliche Arbeit geleistet. Von der kulturellen Leistung profitiere jedoch die gesamte Stadt, weshalb sich die Bürgerschaft für diese Menschen einsetzen und sie schützen sollte. Greifswald benötige Räume, die genutzt werden können, wie sie gebraucht werden. Die Subkultur müsse die Wertschätzung erfahren, die ihr zustehe. Es gebe viele Facetten der Kultur, welche die Lebenswertigkeit einer Stadt ausweisen. Auch die Auswirkungen der Coronavirus SARS-CoV-2-Pandemie müssten aufgefangen werden.

Die Stadt benötige einen Dialog mit Verbänden und den Kulturschaffenden.

. appelliert an alle Landtagsabgeordneten, sich für die Unterstützung des Kulturbereiches stark zu machen.

 

Herr von Malottki

. hebt hervor, dass viele Kultureinrichtungen scheitern, weil nicht genügend Geld für die Sanierung der Gebäude vorhanden sei. Dies sei eine Aufgabe der Stadt.

 

Herr Heil

. weist darauf hin, dass die Stadt einen Haushalt verabschiedet habe, welcher kaum Kürzungen in der Bildung und im Kulturbereich vorsehe. Das Problem sei, dass die Stadt keine finanziellen Mittel zur Verfügung habe.

Auch der Oberbürgermeister setze sich regelmäßig für den Kulturbereich ein.

. ist der Meinung, dass sich die Zeiten und das Interesse der Jugendlichen verändert hätten, sodass die Bars und Clubs nicht mehr in der Form in Anspruch genommen werden, wie es früher einmal gewesen sei.

. sagt, dass diese Thematik eher im zuständigen Fachausschuss diskutiert werden sollte.

. stellt klar, dass er sich nicht gegen Kultur ausspreche, nur weil er eine andere Ansicht vertrete. Aber es müsse differenziert werden, wofür das städtische Geld eingesetzt werde.

 

Herr Burmeister nimmt an der Sitzung teil.

 

Herr Al-Khouri

. geht auf die Bedeutung einer Krise ein und sagt, dass er im Kulturbereich keine sehe.

Greifswald sei eine lebendige und wachsende Stadt.

 

Frau Damm

. sieht in der Sitzung der Bürgerschaft eine gute Möglichkeit, viele Personen über den Livestream oder die Verwaltung zu erreichen, um Räumlichkeiten auszumachen und zur Verfügung zu stellen.

 

Der Oberbürgermeister

. stimmt zu, dass eine gute Club- und Subkultur zweifelsohne zur Attraktivität einer Stadt beitrage.

. beleuchtet die Möglichkeiten, die die Stadt beitragen könne. Unter anderem seien finanzielle und ideelle Unterstützungen möglich. Die Verwaltung biete Beratungen für Förderprojekte oder andere Projekte an. Das Format des Kulturstammtisches werde wieder eingeführt, welches jahrelang zur Vernetzung der Kulturschaffenden beigetragen habe. Im nächsten Jahr solle zudem eine Kulturentwicklungskonzeption in Angriff genommen werden.

. zeigt sich gegenüber den rechtlichen Herausforderungen besorgt. Viele rechtliche Hürden würden die Kulturbereiche enorm einschränken, was durch die Stadt selbst nicht verändert werden könne.

. macht deutlich, dass im Bebauungsplan 113 festgelegt sei, dass auf dem Gelände, auf dem sich derzeit der Club ROSA befinde, Räumlichkeiten für Kulturschaffende bestehen. Dies gelte jetzt und auch zukünftig. Es hätten intensive Verhandlungen mit dem Eigentümer des Gebäudes stattgefunden. Die Universitäts- und Hansestadt Greifswald habe erreicht, dass der Club ROSA dort längerfristig weiter agieren könne.

Allerdings bestünden insgesamt strukturelle Probleme, die beseitigt werden müssten.

 

Herr Kramer

. bestätigt die Aussage des Oberbürgermeisters, dass strukturelle Probleme die Kultureinrichtungen einschränken.

Diese Diskussion zeige einen Ausblick auf die Zukunft, in der es regelmäßiger Verteilungskämpfe geben werde. Aus unternehmerischer Sicht sei klar, wenn keine Nachfrage bestehe, könne sich das Unternehmen nicht tragen.

. fragt, woher das Geld genommen werden sollte.

. macht deutlich, dass es seit Jahren ohne Unterstützung studentische Verbindungen gebe.

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