Beschlussvorlage der Politik (ö) - BV-P-ö/08/0227

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Beratungsfolge

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Beschlussvorschlag

Die Bürgerschaft der Universitäts- und Hansestadt Greifswald beschließt:

 

  1. Die Verwaltung wird beauftragt die “Satzung zur Begründung und Beendigung der Ehrenbürgerschaft” zu ändern, um eine Ehrung von verstorbenen Töchtern bzw. Söhnen der Stadt zu ermöglichen.

 

  1. Auf Grundlage der geänderten Satzung wird dem Musiker, Komponisten und Liedermacher Holger Biege anlässlich seines 75. Geburtstages am 19. September 2027 die Ehrenbürgerschaft der Universitäts- und Hansestadt Greifswald verliehen.

 

  1. Die Verleihung erfolgt im Rahmen eines erstmalig ausgerichteten Holger-Biege-Tages, der künftig alle fünf Jahre an das Leben und Werk des Künstlers erinnern soll.

 

  1. Die Verwaltung wird beauftragt, in Abstimmung mit der Familie und dem Holger Biege e.V. ein angemessenes Festprogramm für die Verleihungsfeierlichkeiten zu entwickeln. 
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Sachdarstellung

Holger Biege - Ein herausragendes Lebenswerk

Holger Biege, geboren am 19. September 1952 in Greifswald, zählt zu den bedeutendsten und einflussreichsten Musikern, die aus der DDR hervorgegangen sind. Sein künstlerisches Schaffen erstreckt sich über mehr als fünf Jahrzehnte und hat Generationen von Menschen bewegt. Bereits in jungen Jahren zeigte sich Bieges außergewöhnliche musikalische Begabung. Nach seinem Studium an der Musikschule Friedrichshain in Berlin entwickelte er sich zu einem der vielseitigsten Künstler seiner Generation – als Sänger, Pianist, Komponist und Arrangeur gleichermaßen geachtet. Mit Liedern wie „Wenn der Abend kommt", „Sagte mal ein Dichter" schuf Biege Werke, die weit über den Tag hinaus Bestand haben. Seine Musik verbindet anspruchsvolle Kompositionen mit eingängigen Melodien und tiefgründigen Texten. Er verstand es meisterhaft, Elemente aus verschiedenen Genres zu verschmelzen und dabei stets einen unverwechselbaren eigenen Stil zu wahren. Bieges kompositorisches Werk umfasst darüber hinaus Filmmusiken, Orchesterarrangements und Produktionen für zahlreiche namhafte Künstlerinnen und Künstler. Als musikalischer Leiter und Arrangeur prägte er das Klangbild einer ganzen Ära der DDR-Unterhaltungsmusik maßgeblich mit. 

 

2. Verbundenheit mit Greifswald 

Greifswald ist nicht nur Bieges Geburtsstadt, sondern ein prägender Ort seiner frühen Jahre. Hier, in unserer Universitäts- und Hansestadt, liegen die Wurzeln seines musikalischen Weges. Schon zu seiner Zeit in Greifswald besaß Biege sein erstes Klavier, welches zum Umzug 1960 nach Berlin mitgenommen wurde. Bereits zum ersten Todestag Bieges 2019 wurde eine Gedenktafel in Greifswald enthüllt, während am 19. September 2022 ein Konzert in Greifswald mit Thomas Putensen und Holger Bieges Bruder Gerd-Christian veranstaltet wurde. Mit der Verleihung der Ehrenbürgerschaft würde Greifswald einen seiner herausragenden Söhne würdigen und zugleich die Verbindung zwischen Künstler und Heimatstadt für künftige Generationen sichtbar machen. Holger Biege hat den Namen Greifswalds weit über die Grenzen der Region hinaus bekannt gemacht – es ist an der Zeit, dass Greifswald diese Verbundenheit nun seinerseits öffentlich bekräftigt. 

 

3. Würdigung ostdeutscher Kulturschaffender 

Mehr als drei Jahrzehnte nach der deutschen Wiedervereinigung ist festzustellen, dass Künstlerinnen und Künstler, die in der DDR gewirkt haben, in der gesamtdeutschen Erinnerungskultur nach wie vor strukturell unterrepräsentiert sind. Ihre Leistungen werden häufig auf den politischen Kontext reduziert oder schlicht vergessen. Diese Marginalisierung wird dem tatsächlichen kulturellen Reichtum, den ostdeutsche Künstlerinnen und Künstler geschaffen haben, nicht gerecht. Holger Biege steht exemplarisch für eine Generation von Musikerinnen und Musikern, deren Werk künstlerisch eigenständig und zeitlos ist. Seine Kompositionen werden bis heute gespielt, gehört und geschätzt, weil sie von bleibendem ästhetischem Wert sind. Mit dieser Ehrung hat Greifswald die Chance, ein sichtbares Zeichen zu setzen: für die Anerkennung ostdeutscher Kulturgeschichte als selbstverständlichen Teil des gesamtdeutschen kulturellen Erbes, für die Wertschätzung künstlerischer Lebensleistungen jenseits von Schlagzeilen und für eine Erinnerungskultur, die Ost und West gleichermaßen einschließt. 

 

4. Holger-Biege-Tag als lebendige Erinnerung 

Die erstmalige Ausrichtung eines Holger-Biege-Tages im Jahr 2027 soll den Auftakt für eine dauerhafte Würdigung bilden. Ein alle fünf Jahre wiederkehrender Ehrentag mit Konzerten, Gesprächsrunden und kulturellen Veranstaltungen kann das Werk Holger Bieges lebendig halten und insbesondere jüngeren Generationen zugänglich machen. Greifswald positioniert sich damit als Stadt, die ihre kulturellen Wurzeln pflegt und sich aktiv zur Vielfalt deutscher Musikgeschichte bekennt. Das auf der Crowdfunding-Plattform der Sparkassen geplante Projekt zu einem “Theaterstück mit Holger Biege Musik – Leiser als Laut” könnte als Programm für den ersten Holger-Biege-Tag ebenfalls wieder aufgegriffen werden. 

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Finanz. Auswirkung

Finanzielle Auswirkungen

Ja

 

 

 

Finanzielle Auswirkungen in Folgejahren

Ja

 

 

 

Prüfauftrag an die Verwaltung

Nein

 

 

 

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Auswirkungen auf den Klimaschutz

Ja, positiv

Ja, negativ

Nein

 

 

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Begründung:

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